Digitale Bildungsveranstaltungen – so kann Bildung sein

Am Samstag wurde verlautbart, dass bis Ende November wegen COVID-19 keine Veranstaltungen stattfinden dürfen. Was also tun, wenn man von Veranstaltungen lebt oder für Bildung brennt?

Derzeit gibt es nur zwei Lösungen: Entweder man bietet Einzeltermine an, wenn es wirtschaftlich sowie inhaltlich möglich ist, oder man wechselt in den digitalen Raum.

Online-Veranstaltungen sind möglich – viele haben sich schon im Frühjahr drüber getraut. Insbesondere Bewegungsangebote sind interessanterweise digital gut möglich, wenn auch oftmals auf kleinere Gruppen umgestiegen wird, damit alle Teilnehmer*innen am Bildschirm sichtbar sind und Haltungskorrekturen möglich sind. Das Wichtigste bei Bewegungsangeboten ist die Kontinuität und für viele der Termin, an dem man sich explizit dafür Zeit nimmt.

Aber auch Vorträge und Workshops sind digital möglich, es ist lediglich ein bisschen Kreativität gefragt. Vor dem Bildschirm ermüdet nämlich das Gehirn schneller, weshalb Abwechslung und Interaktion noch wichtiger sind, als bei Präsenzterminen.

Wir haben für Sie einige Softwarelösungen mit ihren Stärken und Schwächen zusammengefasst. Und außerdem Tipps und Tricks für Online-Seminare.

Tipps für die Abhaltung von Digitalen Bildungsveranstaltungen

  • Eine stabile Internetverbindung ist das Um und Auf für Videokonferenzen!
  • Die Aufmerksamkeitsspanne ist alleine am Schreibtisch, vor dem PC, wesentlich kürzer, als bei einer Präsenzveranstaltung in einem Seminarraum. Die Veranstaltung sollte daher nicht zu lang sein, und methodisch abwechslungsreich.

    Ein paar Erfahrungswerte:

      1. 40-45 min reines Zuhören ist die maximal zumutbare Länge
      2. Einspielungen wie Videos sollten kurzweilig sein, und nicht länger als 2-3 min.
      3. Je mehr Möglichkeit die Teilnehmer*innen zum selber tun und mitdenken/mitmachen bekommen, desto höher ist die Chance, sie bei der Stange zu behalten.
      4. Bei längeren Workshops müssen Pausen zum Getränke nachfüllen, Toilettgang, Essen usw. eingeplant werden. Die Teilnehmer*innen machen es nämlich sonst auch, verlassen dabei aber das laufende Meeting.
  • Die Technik sollte man vorher ausprobieren. Es ist nicht nur peinlich, sondern für die Teilnehmer*innen auch sehr ermüdend, wenn der/die Vortragende die Technik nicht im Griff hat. Ihre Aufmerksamkeit wird damit auf eine harte Probe gestellt.
  • Headset und Webcam sind oft nicht notwendig, Computer haben Mikrofon und Kamera integriert. Es lohnt sich aber die Qualität der eingebauten Hardware zu testen und gegebenenfalls die Technik aufzustocken.List Title
  • Mit jedem Video gibt man Einblick in seine Privatsphäre / Persönlichkeit / Arbeitsweise. Durch bewusst gewählte Hintergründe kann man diesen Einblick aber steuern. Welchen Eindruck wollen Sie vermitteln? Gemütlich und persönlich? Professionell und distanziert?

Welche Tools eignen sich wofür?

Es gibt sehr viele unterschiedliche Tools, die Video-Konferenzen ermöglichen. Fünf der gängigsten Tools haben wir aber zum Vergleich zusammengestellt.

WhatsApp ermöglicht zeitlich unbeschränkte Videoanrufe für bis zu vier Personen, es gibt jedoch keine zusätzlichen Funktionen wie Bildschirmteilen oder Ähnliches. Mit der Teilnahme unterwirft man sich den Datenschutzbestimmungen von Facebook.

  • Kostenlos
  • App bei allen Teilnehmer*innen notwendig
  • Smartphone / PC / Tablet
  • Video-Telefonie
  • externe Medien NICHT möglich

Zoom ist ein Video-Konferenz-Tool, das auch in der kostenlosen Variante viel kann. Der Bildschirm kann geteilt werden, um bspw. eine Präsentation vorzuführen, auch eine Audiofreigabe ist möglich. Die Teilnehmer können auch in Kleingruppen aufgeteilt werden, um einen Austausch oder Diskussionen zu ermöglichen, es gibt einen Chat, in dem Links geteilt oder Zwischenfragen gestellt werden können und noch einiges mehr.

Nachteil an der kostenlosen Version ist, dass nur Videokonferenzen mit zwei Personen zeitlich unlimitiert stattfinden können, ab drei Personen wird nach 40 Minuten unterbrochen. Lange gab es Diskussionen, ob Zoom mit dem Datenschutz nicht zu lasch umgeht, mit der neuen Version 5.4.0 ist aber nun eine Ende-zu-Ende Verschlüsselung integriert.

  • Kostenlos /Abo um knapp 14 EUR/Monat
  • Teilnehme per Link im Browser möglich
  • Smartphone / PC / Tablet
  • Video-Telefonie
  • Screensharing, Dateienaustausch

Skype von Microsoft bietet Gruppen-Videoanrufe für bis zu zehn Teilnehmer kostenlos. Skype lässt sich einfach bedienen, typische Business-Funktionen fehlen aber großenteils. Diese sind Microsoft Teams vorbehalten. Hier können Unternehmen auf einen eigenen Server setzen oder den Dienst über Office 365 verwenden.

  • Kostenlos
  • App bei allen Teilnehmer*innen notwendig
  • Smartphone / PC / Tablet
  • Video-Telefonie
  • Screensharing, Dateienaustausch

Microsoft Teams ersetzt Skype for Business. Es ist ein chatbasiertes Tool, das aber auch Telefonanrufe und Videotelefonie ermöglicht und grundsätzlich das gemeinsame Arbeiten und Bearbeiten von Dokumenten möglich macht. In Microsoft Teams wird der Zugriff auf andere Produkte des Office 365 Pakets ermöglicht. Aber nicht nur das: auf andere Dokumente, YouTube-Videos, Umfragen mit Polly oder Projektmanagement-Lösungen wie Trello können einfach

Alle Inhalte in Teams werden von Microsoft nach hohen Standards verschlüsselt und gesichert und Compliance Richtlinien sind gut abbildbar.

MS Teams Fester Bestandteil von Bestandteil von Office 365 Business Essentials, Business Premium sowie Enterprise E1, E3 und E5.

  • Office 365 Business Essentials ist für aktuell 4,20 Euro / Monat im Abonnement erhältlich.
    • Bis Ende Jänner für alle 2021 kostenlos
    • Bildungseinrichtungen können kostenlose Zugänge beantragen
  • Teilnehme per Link im Browser möglich
  • Smartphone / PC / Tablet
  • Video-Telefonie
  • Screensharing, Dateienaustausch

GoToMeeting ist eine der beliebtesten Plattformen für Videokonferenzen mit hochauflösender Videoqualität. Je nach Abonnement-Variante können sich bis zu 25 Personen gleichzeitig mit eigener Webcam-Übertragung zur Konferenz zuschalten. Ohne individuelle Kamera-Übertragung können sogar bis zu 250 Teilnehmer vom Organisator einem Meeting hinzugefügt werden. Die Online-Konferenzen können ad hoc im Netz oder mit einem Einladungsversand per Mail der einzelnen Teilnehmer erfolgen. Zudem ist es möglich, gemeinsam in Dokumenten zu arbeiten. Diese Fähigkeit kann der Moderator für alle Nutzer separat freischalten.

  • Kostenpflichtig ab 10,75 EUR/Monat im Abo
  • Teilnehme per Link im Browser möglich
  • Smartphone / PC / Tablet
  • Video-Telefonie
  • Screensharing, Dateienaustausch

Noch mehr Tools gibt es in unzähligen Zusammenstellungen und Vergleichen im Internet. Eine davon hier https://blog.hubspot.de/marketing/software-virtuelle-meetings

© mostropolis.at

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